Eigenen Maker Space gründen

Hi,

ich bin hier gelandet, weil ich schon öfter die Idee hatte, einen eigenen Maker Space bzw. einen Treffpunkt für Technologie-Interessierte zu gründen.

Das ist eine sehr ländliche Region, in der ich lebe, und sowas gibt es bislang nicht.

So dachte ich, klar, mache ich. Denn ich habe Platz und Technologie wie Beamer etc. Doch ich habe wohl kurz verdrängt, dass wir in Deutschland leben. So sehr ich auch die Sicherheit genieße, wäre mir doch etwas mehr Freiheit lieber.

Deshalb frage ich geradeheraus:
Wie kann ich der Verantwortung entgehen, wenn ich zum Bespiel mit einem T-Shirt für ein Treffen werbe?

Angenommen, ich möchte gerne ein Treffen einmal pro Monat für Technikinteressierte veranstalten und jemand rutscht in meiner Wohnung aus…

Dann zahle ich im ungünstigsten Fall mein Leben lang Schmerzensgeld, oder?

Ich will gerne eine Location zur Verfügung stellen, ohne die Verantwortung zu übernehmen.

Danke für Links und eure Meinung

Sollte sowas nicht ganz einfach möglich sein wenn alle Besucher einen Zettel unterschreiben, dass du keinerlei Haftung übernimmst?
Kenne mich da zwar nicht so aus, dass währe allerdings mein erster Gedanke.
Falls du Reddit hast frag doch da einfach mal im subreddit r/legalAdvice nach, die können dir bestimmt weiterhelfen.

Wir sind als Verein Mitglied bei dem Verbund offener Werkstätten und können dadurch eine günstige Haftpflichtversicherung nutzen:
https://www.offene-werkstaetten.org/seite/versicherung

Prinzipiell ist ein eingetragener Verein sicherer, als eine Privatveranstaltung. Sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt haftet der Verein mit seinen Mitteln und danach ist Schluss.

Hier in Gütersloh gibt es das Bürgerkolleg, dass über Vereins- und Ehrenamtsarbeit informiert:
http://www.buergerkolleg-guetersloh.de/seminarangebot/seminarthemen-im-ueberblick/

So eine Vereinsgründung ist in Deutschland leider eine recht aufwendige Sache:

  • Man braucht 7 Gründungsmitglieder
  • Es muss ein Gründungsversammlung abgehalten werden, die genau nach Vorschrift verlaufen und protokolliert werden muss
  • Um keine Steuern zahlen zu müssen, muss der Verein gemeinnützig sein
  • Man braucht eine Vereinssatzung
  • die Anmeldung des Vereins beim Amtsgericht muss durch einen Notar erfolgen
  • Wenn es eine Website geben soll, muss dabei die DSGVO beachtet werden, sonst hat man schnell mal einen Abmahnungsanwalt am Hals, das kann dann teuer werden
  • Man braucht ein Vereinskonto (bei Gemeinnützigkeit bei vielen Banken kostenlos)
    Das alles kannst du im Detail alles problemlos im Internet recherchieren. Wir haben für diese Hürden mehrere Monate gebraucht.
    Bis du mindestens 7 Mitglieder zusammen hast, die auch dauerhaft Verantwortung in Form von Vereinsarbeit übernehmen wollen, würde ich für deinen Gründungswunsch werben (Zeitungsanzeigen, Internet, Flyer, Aushänge in Geschäften) und mich mit den Interessenten erstmal einfach so bei dir zu Hause treffen. Solche Leute zu finden, ist schwieriger, als man denkt, gerade in ländlichen Regionen. Das wäre dann nichts anderes als ein Besuch von Freunden, bei denen evtl. Unfälle, für die du überhaupt verantwortlich wärst, normalerweise von deiner Privathaftpflichtversicherung reguliert werden würden. Viel wichtiger ist in dieser Konstellation aber, dass alle „Mitbastler“ ebenfalls eine Privathaftpflichtversicherung haben, denn wahrscheinlicher wäre ja, dass von denen jemand einen Schaden bei dir zu Hause verursacht, auf dem du sonst sitzenbleiben würdest. Auf diese Weise könntet ihr die Vereinsarbeit erst einmal „proben“, bis genug Geld und ernsthaft interessierte Mitglieder vorhanden sind. Wenn ihr den Verein dann gegründet habt, gibt es vielerlei Unterstützungsmöglichkeiten. Viele Stiftungen finanzieren Geräte und Maschinen sehr unkompliziert - man muss in den meisten Fällen nur einen formlosen Antrag einreichen, der dann Recht schnell meistens positiv beschieden wird.

Das ist leider so einfach nicht möglich, weil man sich durch ein Schreiben nicht so einfach von jeglicher Haftung lossagen kann. Solche Schreiben sind in der Regel eher ein Zeichen von gutem Willen und sind vor Gericht nicht haltbar.
Leider…

Hallo,

vielen lieben Dank für eure Antworten.

Ich muss gestehen, dass ich gestern ordentlich einen sitzen hatte. So kommt auch mein bescheuerter Benutzername zustande. Peinlich, peinlich.

Da war ich Feuer und Flamme, und wollte am liebsten schon T-Shirts mit Domainnamen und einem ansprechenden Logo bestellen.

Heute denke ich, dass es besser ist, das so zu machen, wie Makerkoenig das beschrieben hat. Also erstmal sich privat mit einigen Leuten treffen, und dann eventuell einen Verein gründen.

Bis dahin ist es eine private Veranstaltung… klar, irgendwie muss man Werbung machen, zum Beispiel mit einem T-Shrit oder einer gebrandeten Mundschutzmaske, aber man muss ja nicht gleich öffentliche Treffen veranstalten, denke ich.

Sondern man kann sich privat zwecks Gründung eines Vereins erstmal kennenlernen.

Das war wieder viel zu kompliziert gedacht von mir.

Edit: was ist das eigentlich für ein Forensystem? Ziemlich geil!

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Es handelt sich um Discourse

Wenn du Lust hast und Inspiration gebrauchen kannst, komm uns gerne einmal besuchen! Unser Verein ist jetzt zwei Jahre alt, plus einige Zeit an Vorbereitung vor Vereinsgründung. Das könnte dir eine Idee davon geben, was sich in absehbarer Zeit alles umsetzen lässt.