Mein Projekt "Dalkebach"

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme möchte ich ein paar Anmerkungen vorausschicken.

Warum Dalkebach?

Ich bin Modelleisenbahner und starte endlich damit meine lange geplante Modellbahnanlage zu bauen. Da ein fiktiver Bahnhof ohne Vorbild gebaut wird habe ich mir auch einen fiktiven Namen für diesen ausgedacht: Dalkebach adH (was für „auf der Höhe“ steht).

Wenn man das Hobby Modelleisenbahn hat darf in den unterschiedlichsten Gewerken (Holzbau, Elektrik, Elektronik, Malerei, Modellbau ganz allgemein u.v.a.m.) und mit diversen Maschinen (Säge, Bohrer, Lötkolben, Airbrush, Heizdrahtschneider u.v.a.m.) aktiv sein. Je mehr man selbst erstellen kann, um so mehr kann man sparen - und um so mehr darf man sich den vielfältigen Aufgaben widmen.

Aber, man kann nicht alle Maschinen selbst besitzen die man für die Erstellung all seiner Wünsche benötigt. Eher zufällig ergab es sich, dass ich vom Makerspace Gütersloh e.V. erfuhr. Hier habe ich u.a. einen Lasercutter vorgefunden, den ich für eine aktuelle Baustelle in meinem Projekt sehr gut einsetzen könnte.

Nach den ersten Informationen über den Verein, die Möglichkeiten die gegeben sind und dem Kennenlernen einiger der Aktiven wurde ich ganz schnell Mitglied, denn ich hatte vor Augen wozu ich spontan einen Lasercutter benötige.

In kürzester Zeit wurde mir die Funktion der Maschine erklärt und ich konnte die erforderlichen begleiteten Einführungsstunden mit Testobjekten aus meinem Projekt erfüllen. Inzwischen darf ich den Lasercutter selbstständig bedienen.

Die erwähnte aktuelle Baustelle in meinem Projekt ist ein Bahndamm inklusive Tunnelportal(en) in einer Länge von ca. 6 Metern. Das bedeutet, dass ich ganz schnell häufiger Nutzer des Lasercutter wurde.

Bevor ich die ersten Elemente meines Bahndamms lasern konnte, musste ich diese erst einmal konstruieren. Die Einführung in eine Software dazu bekam ich zeitnah in den ersten Tagen aus dem Mitgliederkreis. Da es sich um eine freie Software handelt konnte ich zuhause weiter fleißig üben bis ich meine Konstruktionsdatei fertig war. Die Übernahme in die Laser-Software erfolge ebenso reibungslos mit wichtigen Tipps und Hinweisen, so dass MEIN erstes Laserobjekt gelasert werden konnte.

Welch ein Erfolg, wenn man die ersten Bahndamm-Elemente für sein privates Projekt in den Händen hält.

Es folgten inzwischen weitere Damm-Abschnitte, die aber vor dem Einbau in die Anlage auch farblich behandelt werden mussten:

zuerst grundiert

dunkelgrau gebrusht

abschließend graniert

Einen Teilabschnitt des Bahndamms habe ich jetzt fertig gestellt. Bei Interesse werde ich den weiteren Fortschritt des Anlagenbaus unter diesem Forumsthema zeigen.

Für meine Modellbahnanlage habe ich auch eine eigene Webseite erstellt. In meinem Text habe ich dazu zwei Links eingefügt um zu entsprechenden Seiten und weiteren Erklärungen geführt zu werden.

Wenn meine Zeilen interessant waren freue ich mich über Fragen oder Kritik, auch hier im Forum.

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Jetzt wird auch klar wo die Teile hinkommen :slight_smile:
Ein schöner Bericht. Ich freue mich auf die nächsten Berichte.

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Es sind schon wieder 3 Jahre vergangen …

Natürlich habe ich weiter an meinem Projekt gearbeitet, dazu aber später einmal mehr.

In meinem Thread über die SCULPFUN S9 5.5W Lasergravurmaschine habe ich u.a. über die Nutzung von Finnpappe, Kraftplex, Sperrholz und Fotokarton geschrieben.

Weil ich für mein Stellwerk die MDF-Mauerplatten mit dem Sculpfun nicht so tief gravieren konnte wie ich es mir vorgestellt habe (Stichwort: „Fugennachbildung“), bin ich auf ein anderes Material ausgewichen. In einer Fachzeitschrift wurde für die Darstellung von Mauern die Verwendung von Fotokarton vorgeschlagen. Bei 300g Papier kann ich zwar die Fugen auch nicht so tief gravieren wie ich es mir wünsche, aber mit ein wenig farblicher Behandlung kann man trotzdem gute Ergebnisse für das Mauerwerk erzielen.

Der Fotokarton wurde graviert (immer noch 300g = ca. 0,35mm Materialstärke) und mit weißen Pigmentfarben (PanPastel) eingefärbt. Damit nur die Fugen hell bleiben musste der Rest der Pigmentfarbe mit einem Radiergummi abgetragen werden. Im weiteren Schritt wurde dann das Mauerwerk nochmals mit rotbrauner Pigmentfarbe eingepudert. Somit war die Basis gegeben. Später werden noch einzelne Steine mit Buntstiften farblich hervorgehoben.

PanPastel sind hochwertige Künstler-Softpastellfarben, die nicht als Stift, sondern gepresst in einem kleinen runden Napf (Pan) geliefert werden. Durch diese besondere Form und eine extrem cremige Konsistenz lassen sie sich fast wie flüssige Farbe verstreichen und mischen, obwohl sie komplett trocken sind.

Das Fachwerk wurde aus 0,5mm Kraftplex erstellt, mit Beize gedunkelt und dann aufgeklebt. Die Eingangstür (hier fehlt noch der Türgriff) des Gebäudes wurde ebenfalls aus Kraftplex graviert und ausgeschnitten.

Kraftplex ist ein innovatives und umweltfreundliches Material, das auch als „Holzblech“ bezeichnet wird. Es besteht zu 100 % aus reinen, ungebleichten Zellulosefasern (Weichholz) und wird komplett ohne chemische Zusätze, Klebstoffe oder Bindemittel hergestellt.
Obwohl es komplett aus Holzfasern besteht, vereint es die besten Eigenschaften von Metallblech, Verbundstoffen und Kunststoffen.

Auf den Bildern nicht zu sehen ist der Dachstuhl, der das Dach trägt. Hier wurde ein tragfähiges und stabiles Gerüst aus 2mm Finnpappe erstellt. Ein wirklich gutes Material womit ich demnächst bestimmt auch weiterarbeiten werde.

Finnpappe ist ein hochwertiger, stabiler und sehr leichter Kartonwerkstoff, der zu 100 Prozent aus reinem, ungebleichtem Holzschliff hergestellt wird. Sie enthält im Gegensatz zu Graupappe kein Altpapier und ist wegen ihrer hervorragenden Eigenschaften besonders im Architekturmodellbau, im Hobby-Modellbau und für Bastelarbeiten extrem beliebt.

Das Gebäude steht auf einer MDF-Platte und ist umgeben von Kabelschachtabdeckungen für die Drahtzugleitungen der Signale und Weichen, die in das Gebäude führen. Die Abdeckungen sind nach Fotovorlage selbst konstruiert, Resin-gedruckt und danach farblich behandelt worden.

Der Gebäudekern ist aus MDF und mit Fotokarton überklebt. Die Fenster - z.T. geöffnet - sind selbst konstruiert und ebenfalls Resin-gedruckt, genauso wie das Dach und die Dachrinne. Für das Dach wurde eine Dachpfanne maßstabsgetreu gezeichnet und dann für die notwendige Fläche dupliziert. Die Fallrohre wurden gemäß der Gebäudekontur erstellt (Resin-gedruckt) und angebracht. Die Fallrohrschellen sind aus Tacker-Klammern mit einer Rundbiegezange geformt worden.

Der Innenraum ist natürlich voll ausgestattet. (Hier habe ich vergessen vor dem verkleben eine Foto zu machen). Neben einem mit Arbeitsutensilien gefüllten Schreibtisch mit Stuhl und einem Stehtisch sind noch Heizkörper enthalten. Da der Eingang zum Gebäude im UG ist führt eine Wendeltreppe zum OG. Der Fußbodenausschnitt für die Treppe ist geschützt durch ein rundes Geländer. Der Fußboden ist aus 1mm Sperrholz gestaltet. Zu erkennen ist jedes einzelne Bodenbrett mit unterschiedlicher Maserung.

(Auf dem Foto-Schnappschuß sind Prototypen des Fußbodens [viel zu dunkel gebeizt] und der Wendeltreppe [nach Vorbild konstruiert, Resin-gedruckt und Zinkfarben lackiert].

Für die Nachtschicht ist der Stellwerksraum beleuchtet.

Die finale farbliche Nachbehandlung des gesamten Ensembles erfolgt später.

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