Oberflächenbehandlung

Ich habe mir ein paar Videos zum Thema Oberflächenbehandlung angeschaut.

Was ich für mich mitnehme ist folgendes:

  1. Holz schleifen, dabei die Körnung je nach Anweisung des Ölherstellers und Erfahrung wählen.
    Zwischen den Schleifgängen und nach dem letzten Schleifgang das Holz mit einem feuchten Tuch in Faserrichtung abwischen. Das Tuch darf gerne auch fusseln, da das dann ein Indiz dafür ist, dass eine Stelle nicht richtig geschliffen wurde.
    Durch die Feuchte stellen sich auch die Fasern auf, was sonst erst durch das Öl passiert.
    Holzplatten immer von beiden Seiten ähnlich behandeln, also z.B. beide Seiten Ölen, damit es nicht zu ungleichmäßigen Spannungen kommt.
  2. Öl oder anderes Finish auf einen fusselfreien Lappen (z.B. aus Leinen) auftragen und dann in längs Richtung auftragen.
    Es geht auch das Finish direkt auf das Holz zu geben und dann zu verteilen, aber besonders unerfahrene Personen neigen dazu zu viel zu nehmen und dann läuft es an den Seiten runter und gibt eine Sauerei. Scheint mir auch intuitiver, beim Lackieren oder Streichen ist es ja auch eher unüblich die Farbe direkt auf die Wand zu werfen und dann mit der Rolle zu verteilen :wink:
  3. Den Überstand vom Finish abwischen.
  4. Das Finish mit einem Tuch ein polieren.
  5. Trocknen lassen
  6. ggf einen Zwischenschliff wie unter 1. beschrieben machen, wenn sich noch Fasern aufgestellt haben
  7. weitere Schichten Finish nach belieben auftragen

!! ACHTUNG !! - Öl Lappen können sich selbst entzünden und sollten Luftdicht (z.B. in einem Schraubglas) gelagert werden. Dann können sie auch noch wieder verwendet werden.

Verschiedene Mittel zur Oberflächenbehandlung können gerne auf Vereinskosten angeschafft werden und dann nach Verbrauchter Menge abgerechnet werden.

Den Anfang macht @PhilipM mit

Neben Öl gibt es auch noch Beizen oder Lasuren, zu ersteren habe ich auch noch ein paar Videos geschaut:

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Für das Ölen meines Esstisches habe ich mich an die Anleitung von der Schreiner Hampel für stark beanspruchte Fläche gehalten. Das einzige Problem, war dass ich Tungöl verwendet habe, aber mich an seine Zeiten für Leinölfirnis gehalten habe. Für ein reines Öl trocknet Tungöl zwar sehr schnell, aber im Vergleich zu Firnis hat es dann doch länger gedauert. Deswegen waren die Schichten teilweise noch nicht ganz trocken vor der nächsten Ölung, weshalb das Trocknen insgesamt deutlich länger gedauert hat.

Am Ende soll die Platte sehr robust werden, sodass sogar heiße Töpfe und ähnliches für ein Essen drauf gestellt werden können. Gleichzeitig ist es aber trotzdem noch ein 100% natürlich Öl. Das Holz kann also noch gut atmen und auch ein Nacharbeiten/Nachölen ist einfach möglich, das geht bei Wachs und Lacken weniger gut.

Insgesamt eine tolle, aber auch zeitintensive Erfahrung :slight_smile:

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