Bin die Tage auf den eufyMake E1 UV Drucker gestoßen. Ich finde das ist eine interessante Drucktechnik für uns. Ich bin nicht der Meinung, dass wir das als Early-Adopter das erste Gerät anschaffen müssen, da der Drucker und insbesondere die Tinte recht teuer ist. Für die Zukunft würde ich so ein Gerät in unserem Space durchaus sehen. Für mehr Infos schaut euch die folgenden Videos an:
Wir hatten uns den damals während der Crowdfunding-Kampagne mal angeschaut und überlegt, ob wir für Paderborn einen kaufen möchten (privat oder Hackerspace/Makerspace).
Hier ein paar Aspekte, die uns davon abgehalten haben:
-
Sobald man Tinte/Harz eingefüllt hat, sollte der Drucker dauerhaft Strom haben und er reinigt sich regelmäßig. Die Menge an Reinigungsflüssigkeit ist so ausgelegt, dass man den Drucker fast täglich benutzt und nur gelegentlich länger Pause macht. Im zweiten Video geht er darauf ein, aber die Übersicht, die er erwähnt, habe ich nicht gefunden. Wenn ich das von damals richtig im Kopf habe, reicht die Reinigungspatrone für zwei Komplett-Reinigungen. Inzwischen ist immerhin klar, dass man die Reinigungspatrone einzeln kaufen kann (43€).
-
Das ist quasi ein Tintenstrahl-Drucker in offener Bauweise, aber mit UV-Harz statt Tinte. Der dürfte reichlich Aerosol im Raum verteilen. Das möchte man nicht in der Lunge haben. Er sagt im Video, dass man ihn nicht im Wohnraum nutzen sollte, gut belüftet aber trotzdem beheizter Raum. Da sollte man sich gut überlegen, ab wie viel Lüftung man das für unbedenklich hält.
-
Damals konnte man keine eigenen Höhenprofile rein laden. 3D ging nur per KI. Ich nehme an, das ist jetzt anders, weil ich wüsste nicht, wie er sonst die Blindenschrift hinbekommen hätte.
-
Für mich ist ärgerlich, dass er nicht mit Linux funktioniert. Ihre Legacy-Software kann Linux, aber die ist ein Fork von Prusa-Slicer und funktioniert nicht mit dem E1.
-
Es gibt das Harz nur von eufyMake. Falls die mal die Preise erhöhen, pleite gehen oder die Produktlinie einstellen, hat man einen teuren Briefbeschwerer. Er sagt im Video, dass man das Harz auch länger als ein Jahr nutzen kann, aber ich denke nicht, dass man sich einen 10-Jahres-Vorrat anlegen möchte.
Im Video sagt er, dass das eher in einen Makerspace passt als für zu Hause. eufyMake hat in ihrem Marketing sehr eindeutig auf kleine Firmen gezielt und Künstler, die sich ein kleines Gewerbe aufbauen möchten. Dafür ist das Gerät gemacht. In einem Makerspace kann es funktionieren, aber braucht etwas mehr Überlegung (sofern der Makerspace nicht so groß ist, dass das Gerät tatsächlich mehrfach in der Woche genutzt wird).
Ich finde sehr interessant, was man mit E1 machen kann. Insbesondere fände ich spannend zu probieren, ob man auf nicht ebenen 3D Druck sinnvoll die UV-Farbe aufbringen kann. Aber auch wenn nicht, die DTF Aufkleber und die Plexiglas-Frontpanel aus dem Video sind cool und es wäre praktisch das zur Verfügung zu haben.
Falls ihr euch einen besorgt, muss ich euch unbedingt mal besuchen.
Das hier dürfte die erwähnte Übersicht über die Flüssigkeitsmengen bei Reinigung sein: Current Maintenance Rules & Future Improvements - eufymake US
Die Mengen sind alle 15 ml oder weniger, d.h. relativ wenig verglichen mit 100 ml bzw 380 ml pro Kartusche. Insbesondere braucht die „Safe Shutdown Maintenance“ anscheinend unter 2 ml pro Farbe. Die könnte man fast 35x durchführen, wenn ich richtig rechne. Das sollte wohl reichen! (Allerdings hätte man dann auch die Hälfte der Farb-Tinte dafür aufgebraucht.)
Ich finde das Gerät tatsächlich spannend. Habe schon auf einem discord Server eine Künstlerin gesehen die das Gerät hat und besitze selbst einen Schlüsselanhänger der damit auf Plexiglas gedruckt und dann mit einem lasercutter ausgeschnitten würde.
Vielleicht können wir uns ja nächstes Jahr mal Gedanken um eine Förderung machen, wenn wir wieder bessere räume und einen laufenden lasercutter haben. ![]()