International Repair Day

https://www.reparatur-initiativen.de/post/reparieren-ist-entscheidend-international-repair-day-2020

Am 17. Oktober 2020 findet zum vierten Mal der internationale Repair Day statt. Die Open Repair Alliance ruft alle Reparatur-Initiativen dazu auf, diesen Tag zu nutzen, um die Reparatur als eine entscheidende Aktivität in unserer Gesellschaft sichtbar zu machen und zu feiern.

Während es in den vergangenen Monaten schwieriger war, als Gemeinschaft zusammenzukommen und gemeinsam zu reparieren, wurde mehr denn je klarer, wie wichtig die Reparatur ist. Daher lautet das diesjährige Motto des internationalen Repair Days: „REPARIEREN IST ENTSCHEIDEND“ . An diesem Tag kommen weltweit Stimmen der Reparaturgemeinschaft zu Wort – mit dabei sind Reparatur-Initiativen, unabhängige Reparaturunternehmen und einzelne Reparateur*innen.

Der englische Slogan für den Repair Day lautet: „REPAIR IS ESSENTIAL“. Wir haben essential mit entscheidend übersetzt. Werfen wir also einen Blick darauf, was damit gemeint ist.

Wie haben sich die vergangenen Monate der Pandemie auf die Reparatur ausgewirkt?

In Zeiten, in denen Abstand halten Leben retten kann, sind wir vielleicht mehr denn je darauf angewiesen, durch unsere elektronischen Geräte in Verbindung zu bleiben. Die Pandemie und damit einhergehende Lockdowns in einigen Ländern der Welt haben unseren Zugang zu diesen Geräten zwischenzeitlich eingeschränkt, Lieferketten waren unterbrochen, einige Menschen können sich den Kauf eines Gerätes nicht mehr leisten. Deshalb sollten wir in der Lage sein, die Geräte, die wir bereits besitzen, zu reparieren, um sie weiter verwenden zu können - sei es zu Hause, mit Hilfe von Freiwilligen in einem Reparaturcafé oder durch eine unabhängige Reparaturwerkstatt.

Diejenigen, die Reparaturcafés veranstalten, mussten in den letzten Monaten meist vollständig ihre Veranstaltungen absagen. In vielen Ländern haben die ehrenamtlichen Reparaturprojekte ihre Tätigkeiten noch nicht wieder aufgenommen und viele können auch keinen Ausblick geben, wann dies wieder der Fall sein wird. Die Veranstaltungen sind nicht nur dafür da, einen kaputten Gegenstand wieder zu reparieren, sie nehmen auch eine wichtige soziale Funktion ein, indem wir dort mit gleichgesinnten Menschen zusammen kommen und uns austauschen können. Der Versuch, dies über digitale Formate auszugleichen, kann zwar eine vorübergehende Alternative bzw. Ergänzung sein, ersetzt aber auf keinen Fall die Teilnahme an einem vor Ort stattfindenden Reparaturcafé.

Reparieren – Entscheidend für die Gemeinschaft

Trotz der Herausforderungen, denen wir uns aktuell stellen um weiterhin gemeinsam reparieren zu können, zeigt uns unser Bestreben danach, wie wichtig die Reparatur ist. Während einige Reparaturcafés unter Hygieneauflagen wieder zu reparieren beginnen und daran tüfteln, wie die Hilfe zur Selbsthilfe dabei nicht durch eine Servicereparatur abgelöst wird, haben andere Reparaturgruppen zum Beispiel damit begonnen, Laptops zu reparieren, um diese an Studierende, Familien und Menschen mit geringen Einkommen zu spenden. Ein Zeichen der Solidarität in Gemeinschaften und zugleich ein Beweis dafür, welche Kraft in der Reparatur liegt.

Reparieren – Unentbehrlich für den Planeten

Die Reparatur und Weiterverwendung von Gegenständen ist auch von wesentlicher Bedeutung in unserem gemeinsamen Vorhaben, ein nachhaltigeres Leben zu führen und den Klimawandel zu mildern. Rohstoffe, die in elektronischen Geräten verarbeitet werden, werden immer knapper und ihre Beschaffung ist schädlich für Mensch und Natur. Wenn wir weiterhin einfach nur neue Geräte herstellen, anstatt die bereits vorhandenen zu reparieren, wird diese Problematik weiter zunehmen. Es ist entscheidend, dass wir das wiederverwenden, was bereits vorhanden ist, und dass Werkzeuge, Ersatzteile und Informationen zur Reparatur für alle verfügbar sind.

Reparieren – Unverzichtbar als Berufsfeld

Reparieren ist entscheidend und muss daher in vielen verschiedenen Formen möglich sein. Dazu gehören Reparatur-Initiativen, unabhängige Reparaturbetriebe genauso wie die Selbstreparatur zu Hause. Während der weltweiten Lockdowns im Frühjahr 2020 wurden unsere Möglichkeiten zu Reparieren drastisch eingeschränkt. Reparaturbetriebe mussten in vielen Ländern zunächst Schließungen hinnehmen und waren in ihrem Betrieb stark eingeschränkt. Es war beunruhigend festzustellen, dass in weiten Teilen Europas die Reparaturbetriebe nicht zu den „systemrelevaten Berufen“ gezählt wurden. Dies ist ein weiterer Anlass dafür, dass wir die Reparatur gemeinsam feiern und unsere Regierungen daran erinnern, dass es sich um eine systemrelevante Dienstleistung handelt.

Wie wird der internationale Repair Day in diesem Jahr gefeiert?

Dieses Jahr wird der Repair Day in weiten Teilen der Welt anders verlaufen als in den vorherigen Jahren. Einige werden das Glück haben, bereits wieder an einer gemeinsamen Reparaturveranstaltung teilnehmen zu können, aber viele werden dazu nicht in der Lage sein. Das heißt aber nicht, dass wir als internationale Reparaturbewegung aus diesem Anlass nicht etwas besonderes machen werden. Einige werden Online-Veranstaltungen abhalten. In diesem Jahr kann es eine echte Chance sein, den 17. Oktober als internationalen Tag der Reparatur mit besonderen Aktivitäten in den sozialen Medien zu feiern.

Wie können wir uns als Reparatur-Initiative beteiligen?

Bereits vor drei Jahren hat iFixit 10 Wege gesammelt, sich am Repair Day zu engagieren (auf Englisch).

Alle Reparatur-Initiativen, die am 17. Oktober 2020 vor Ort oder digital reparieren, können ihre Veranstaltung auf unserer Netzwerkseite eintragen. Alle Veranstaltungen, die bis zum 5. Oktober im Kalender eingetragen wurden, erscheinen im Anschluss automatisch auf der Karte vom Repair Day.

Eine Pressemitteilung und weitere Kommunikationsmaterialien zur Bekanntmachung des vierten internationalen Repair Day werden in den nächsten Tagen verfügbar sein und dann hier verlinkt.

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Reparieren ist entscheidend

Repair Café am Internationalen Tag für Reparatur in der Stadtbibliothek Gütersloh

(Gütersloh) Die vom Verein Makerspace Gütersloh gegründete Reparatur-Initiative nimmt den Internationalen Tag für Reparatur zum Anlass, ihr 17. Repair Café im Digitalen Werkraum der Stadtbibliothek Gütersloh zu veranstalten. In der Zeit von 11:00 bis 14:00 Uhr setzen sie damit bewusst ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft und für einen schonenden Umgang mit Ressourcen.

Aktuell leben die Menschen in einer Zeit, in der Abstand halten Leben rettet, Lieferketten unterbrochen sind und sich einige den Kauf neuer Gegenstände nicht mehr leisten können. Außerdem waren in diesem Jahr die Reparatur-Möglichkeiten besonders eingeschränkt. Reparaturbetriebe mussten in vielen Ländern schließen, da sie nicht zu den systemrelevanten Berufen gezählt wurden. Reparieren ist daher entscheidend: Mehr denn je sind die Menschen darauf angewiesen, wiederzuverwenden, was bereits vorhanden ist: „Wir unterstützen die Gütersloher dabei, defekte Gegenstände zu untersuchen und zu reparieren. Dafür stellen wir unser Werkzeug und Know-how bereit", erzählt Michael Prange, Initiator der Veranstaltungsreihe. „Der digitale Werkraum ist ein idealer Veranstaltungsort, da er barrierefrei erreichbar ist und genügend Platz mit Licht und Strom bietet“, ergänzt Bibliotheksleiterin Silke Niermann.

Im Schnitt werden 10 bis 20 Gegenstände aus den Bereichen Mechanik, Elektronik und Computer während des Repair Cafés zur Reparatur mitgebracht. „Es ist interessant zu untersuchen, wie Geräte funktionieren und sich reparieren lassen", erzählt Leon Farchau, Gründungsmitglied des Makerspace. Gemeinsam lässt sich das meistens noch besser herausfinden, sodass alle Beteiligten ständig etwas dazulernen.
Eine Anmeldung ist erforderlich – per E-Mail (repair@makerspace-gt.de) oder per Telefon (05241-2249910) – aus Coronaschutz-Gründen und um Wartezeiten zu vermeiden.


Michael Prange und Leon Farchau, Makerspace Gütersloh, freuen mit Silke Niermann, Bibliotheksleiterin, auf das 17. Repair Café in der Stadtbibliothek Gütersloh am 4. Internationalen Tag für Reparatur, Samstag, 17.10.2020 von 11-14 Uhr.

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So wurde es in der Zeitung abgedruckt.

Glocke:

Neue Westfälische:

Das Westfalenblatt war leider vergriffen. Falls noch jemand die Ausgabe von Donnerstag hat gerne melden :slight_smile: